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RECIFE
Recife
bietet ihnen sehr viel Abwechslung. Für den Kulinarier auf
jeden Fall ein Genuss in den vielen typischen Steakhäusern
(Churrasceria) eine Picania vom Grill - typisch brasilianisch.
Das Shoppigcenter-Recife, das größte Südamerikas,
bietet aber bei weitem mehr. Hier finden sie mit Sicherheit das
größte Angebot. Japanisch, arabisch oder chinesisch
alles was das Herz begehrt. Recife Antigo ist fuer viel Urlauber
mit Sicherheit ein unvergessenes Erlebnis - Ein Treffpunkt im
Nachtleben von Recife. Bei live Musik und einem gutem Choppe (Bier
vom Fass) wird bei heißer Samba Musik bis in den Morgengrauen
getanzt. und um sich zu entspannen genießen sie die vielen
wunderbaren kilometerlangen Strände um Recife herum und natuerlich
alle arten von Wassersport. fragen sie mich einfach ich weiss
was sie brauchen.

Generelles:
Hauptstadt
des Bundesstaates Pernambuco und bedeutendster Handelshafen in
der Region Nordeste. Recife, 1,3 Millionen Einwohner, macht seit
Jahren eine sprunghafte Entwicklung durch, die es an die Seite
der Metropolen Salvador und Fortaleza rückt. Im Gegensatz
zur Wirkung Salvadors ist man von Recife kaum auf den ersten Blick
begeistert. Auch hat die Geschichte weniger fesselnde Spuren hinterlassen.
Die tropische Feuchtigkeit hat Haus- und Kirchenmauern mit einem
schwarzen Aussatz überzogen, und mehr als anderswo spürt
man die sozialen Spannungen und Widersprüche, durch Zehntausende
von Retirantes verstärkt, die in den Sümpfen vor den
Stadttoren ihr elendes Dasein fristen. Was die allgegenwärtigen
Straßenkinder betrifft, die zu jenem Millionenheer gerechnet
werden müssen, die in Lateinamerika täglich ums Überleben
kämpfen, so empfehlen wir die erzählende Dokumentation
von Uwe Pollmann: »Im Netz der grünen Hühner -
Die Straßenkinder von Recife« (Lamuv-Verlag). »Grüne
Hühner« ist übrigens die ironische Bezeichnung
für die grün uniformierte, als äußerst brutal
bekannte, brasilianische Militärpolizei.
Wenngleich der Recife wegen seiner Flüsse und Kanäle
verliehene Beinamen »Venedig Brasiliens« stark übertrieben
scheint, so strahlt es doch viel Persönlichkeit aus. Recifes
anziehende Seite hängt mit seinem unversehrten Naturell,
den ursprünglichen Traditionen und seinem Lebensrhythmus
zusammen, was einen letztendlich doch in den Bann dieser Millionenstadt
schlägt. Der Karneval hat sich eine Kraft und Spontaneität
bewahrt, die er in Rio längst eingebüßt hat und
die sich auch in Salvador kaum noch erahnen läßt. Weiterer
Pluspunkt: Olinda, die einstige Hauptstadt Pernambucos, liegt
nur sechs Kilometer weiter und hat uns mit seinen steingewordenen
Wundern aus der Kolonialzeit und seiner glanzvollen Vergangenheit
überhaupt einiges auf Lager.
Ein durchziehender Dichter hat Recife immerhin eine Gedichtzeile
gewidmet: »Wäre Recife ein Lied, so wäre die Tonart
unweigerlich die Sonne, unterstützt vom Notensystem des Himmels«
(im Portugiesischen schreibt sich die Note »sol« wie
die Sonne). Festzuhalten bleibt, daß Recife unbedingt einen
Besuch wert ist.
KURZER
AUSFLUG IN DIE GESCHICHTE
Am Anfang segelte Recife (wörtlich »Riff«), ein
unbedeutender Hafenplatz, im Windschatten Olindas, der Hauptstadt.
Sein Name ist, ganz den natürlichen Verhältnissen entsprechend,
von dem aus Riffen bestehenden Brandungsgürtel abgeleitet.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts bemächtigten sich die Holländer
beider Städte und bemühten sich, Recifes Entwicklung
voranzutreiben. Sie blieben etwa dreißig Jahre, bevor sie
von den Portugiesen wieder vertrieben wurden. Das Goldene Zeitalter
des Zuckers im 17. und 18. Jahrhundert trug zum Reichtum Olindas
und zur Ausdehnung von Recife bei. Letzteres schwang sich innerhalb
kurzer Zeit zur eigentlichen, wirtschaftlich tonangebenden Metropole
auf. Die Verleihung der damit verbundenen Stadtrechte geschah
Anno 1825.
Recife zeichnet eine intensive intellektuelle und kulturelle Aktivität
vor vergleichbaren Städten aus. Verschiedene Bewegungen,
die für die Unabhängigkeit des Landes eintraten oder
gegen den Kaiser kämpften, nahmen hier ihren Anfang. In diesem
Zusammenhang ist auf die republikanische Revolte von 1817 hinzuweisen.
Vor dem militärischen Staatsstreich 1964 waren Recife und
der Staat Pernambuco ein Schmelztiegel neuer Ideen und Erfahrungen.
Zum Beispiel förderten der Gouverneur Miguel Arraes und der
Abgeordnete Francisco Juliao die Ligas camponesas (Bauernvereinigungen),
um eine Agrarreform auf den Weg zu bringen. Auch allen anderen
Arbeitern im Staat sollte ein Mindestgehalt garantiert sein.
DER
FALL DOM HELDER CÂMARA
Jahrelang wetterte eine gewaltige Stimme gegen Ungerechtigkeit
und Misere im Nordeste, ohne in Resignation oder Fatalismus zu
verfallen: Dom Helder Câmara, der »rote« Erzbischof
von Recife und Olinda. Dieser von manchen schon zu Lebzeiten als
Heiliger verehrte Kirchenmann tat viel für die Armen und
Unterdrückten. Seiner machtvollen Stimme hatte er in der
ganzen Welt Achtung verschafft. Câmaras innerhalb der verkrusteten
Kirche als progressiv gehandelten Ansichten verdienten Gehör,
selbst wenn oder gerade weil sie häufig genug unbequem für
die Mächtigen waren. Zur Rolle der traditionell eher auf
der Seite der Mächtigen agierenden katholischen Kirche befragt,
namentlich zum restaurativen Treiben Karol Wojtylas und seines
Inquisitionsbeauftragten Ratzingers, äußerte sich Câmara
dagegen ausweichend: »Von Anbeginn an war die Kirche immer
Heilige und Sünderin: heilig in Jesus Christus, Sünderin
wegen der menschlichen Schwäche ihrer Priester, Bischöfe
und Päpste.« Câmaras Nachfolger auf dem Bischofsstuhl,
der erzkonservative Dom José Cardoso Sobrinho, jahrzehntelang
Professor für Kirchenrecht in Rom und ganz auf der Linie
des engstirnigen Oberhirten, hatte nach seinem Amtsantritt nichts
Eiligeres zu tun, als zwei fortschrittliche Priesterseminare zu
schließen, linke Favela-Priester bespitzeln und verfolgen
zu lassen und einer Menschenrechtsorganisation im Bistum Olinda/Recife
die Unterstützung aufzukündigen. Insgeheim trauert er
wahrscheinlich der Militärdiktatur nach ... Fazit: Befreiungstheologie
und fortschrittliche Kirchenkräfte liefern der römischen
Amtskirche heute bestenfalls noch Rückzugsgefechte. Die konservative
Richtung ist in Anbetracht der Kräfteverhältnisse innerhalb
der brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) eindeutig vorgegeben.
Insgesamt eine eigentlich zu begrüßende Erscheinung,
weil sie so manchem Noch-Gläubigem den Absprung von seinem
Verein erleichtern wird, indem er lernt, sein Schicksal nur durch
eigene Kraft verändern zu können, statt seine Bedürfnisse
und Wünsche bis zum ewigen Leben in den Himmel zu verschieben.
DAS
MYSTISCHE RECIFE
In Recife erwarten uns die reinsten und ursprünglichsten
afro-brasilianischen Riten. In den Terreiros (Tempeln, Pfarreien)
wird der Xangô praktiziert, Äquivalent zum salvadorianischen
Candomblé in Bahia. Der Xangô ist ein, dramatische
und mysterienhafte Elemente in sich vereinender Kult von außergewöhnlicher
Schönheit. Zahlreiche Veranstaltungen im April, August und
September belegen dies. Da es Hunderte von Terreiros gibt, kann
man sich die Zahl der abgewandelten Riten vorstellen. Eine solche
Nuance heißt z.B. Tendas de umbanda. Wir meinen, die Zeremonien
in Recife sind aufgrund ihrer Spontaneität und des aufwendigen
Drumherums die sehenswertesten überhaupt. Wer seinen Aufenthalt
dort um Mitte Juli plant, sollte einen der Süßwassergöttin
Oxum gewidmeten Kultabend miterleben und einem Toque (öffentliche
Zeremonie) beiwohnen. Letztere spielen sich in den entlegenen
Vorstadtvierteln ab. Man sollte keine Minute zögern, an einem
solchen Abend teilzunehmen, obwohl man dort wahrscheinlich der
einzige Ausländer sein wird. Uhrzeit, Ort und Datum sind
der Presse und den Broschüren des Fremdenverkehrsamtes zu
entnehmen.
In einem solchen Terreiro angekommen, stellt man sich zuerst dem
Pai de Santo (Heiligenvater) vor, der einen unter Umständen
die Kapellchen mit den Opferstöcken anschauen läßt.
Die Feier zu Ehren der Göttin Oxum findet in einem weitläufigen,
ganz in Gelb gehaltenen Saal statt. Blumen und Opfergaben sind
ebenfalls gelb - die Farbe der Göttin. Die Zeremonie beginnt
um 20 Uhr und zieht sich manchmal bis 2 Uhr morgens hin. Ein aus
drei Trommlern bestehendes Orchester untermalt die verschiedenen
Phasen in schillernden Klangfarben. Die Gesänge werden in
afrikanischer Sprache dargeboten. Nach den Tänzen und Figuren,
welche die bösen Geister vertreiben sollen, folgen sich abwechselnde
Einsätze von Pai de Santo und den Chorsängern. Hierbei
treten die tranceartigen Zustände von Besessenheit mit ständig
steigender Spannung auf, und die Dramatik wird durch Trommelwirbel
noch verstärkt. Zwangsläufig bemerkt der Zuschauer und
-hörer, daß die zu Beginn wahrgenommenen, sich scheinbar
nur wiederholende Musik von großer Themen- und Rhythmenvielfalt
ist. Sobald ein »Besessener« (oder eine Besessene)
sich der Trance zu intensiv hingibt, wird er oder sie von Freunden
und Mittänzern umkreist und wieder besänftigt.
In solchen Momenten zeigt sich der außergewöhnliche
innere Zusammenhalt jener sozialen Gruppe, die einen Terreiro
ausmacht. Man sollte nach Beendigung der Zeremonie noch etwas
Geduld aufbringen und das eigentliche Ende, einen weiteren Höhepunkt,
abwarten. Die ganze Gesellschaft begibt sich, teilweise im Bus,
teilweise im Auto oder Lastwagen, an einen weit außerhalb
gelegenen Ort mitten in der Natur, um einem Fluß und somit
der Wassergöttin die Opfergaben darzubieten. Die »Besessenen«
stürzen sich in einem Begeisterungstaumel ins Wasser und
besprengen sich gegenseitig mit dem geweihtem Naß, während
Körbe voller Blumen und Früchte unter dem Geböller
von Feuerwerkskörpern, bei Raketenlärm und Freudengeschrei,
der Strömung überlassen werden. Es ergeben sich einzigartige
Momente voller Emotionsgeladenheit und Authentizität; Fotografieren
ist nicht gestattet.
Die
wichtigsten Festtage im Xangô-Kalender:
20. Januar - Obaluayê (Sao Sebastiäo)
23. April - Ogum (São Jorge)
24. Juni - Xangô (São João)
16. Juli - Oxum (Nossa Senhora do Carmo)
26. Juli - Nanâ Burukú (Santa Ana)
24. August - Exú (São Bartolomeu)
27. September - Ibeijís (Cosme und Damião)
04. Dezember - Iansâ (Santa Bárbara)
13. Dezember - Ossae (Santa Luzia)
31. Dezember - Festa de Aiê (Senhor do Bonfim).
PERNAMBUCO
KULINARISCH
Die Küche des Nordeste ist reichhaltig und dennoch ihren
volkstümlichen Wurzeln verpflichtet. Ihr oberstes Ziel ist
es, den Hungrigen zu sättigen - wenn das so selbstverständlich
wäre, bräuchten wir es hier nicht hervorzuheben. Eines
der dafür typischen Gerichte ist die im Gepäck der Portugiesen
nach Brasilien gelangte Galinha da cabidela. Dabei handelt es
sich um ein im eigenen Blut gekochtes Huhn mit Püree oder
Reis, das in den einfachen Lanchonetes für eine verschwindend
geringe Summe zu haben ist. Zweites Standardgericht breiter Bevölkerungsschichten
ist das Carne de sol: zarteste Rindfleischstücke (Rippenstück
oder Contre-Filet) werden mit Salz bestreut und mehrere Tage lang
in der Sonne getrocknet. In armen Regionen wie dem brasilianischen
Nordosten ist Pökelung tatsächlich eines der wenigen
Mittel, verderbliche Nahrung zu konservieren. Für das Mao
de vaca werden gehackte Rinderfüße mit Zwiebeln, Knoblauch
und verschiedenen Kräutern zubereitet; die Fleischsauce wird
aufbewahrt und nach und nach mit dem Mandioca-Mehl vermischt.
Daraus entsteht ein ziemlich klebriger Teig (Pirao), der zu Fleisch
gereicht wird. Er kann auch mit dem Cozido pernambucano, einer
Art Eintopf aus Muskelsträngen und Rinderrippen, auf den
Tisch kommen. Freilich: diese weit verbreiteten Gerichte rücken
für die Ärmsten der Armen schon in die Nähe der
kulinarischen Folklore, da die Fleischpreise hoch liegen und das
Geld denkbar knapp ist. Sie können sich also nicht einmal
mehr die Kost »der kleinen Leute« leisten.
Vergessen wir auch den Stellenwert des Saparatel nicht, Darm vom
Schwein oder einem anderen Tier, ergänzt durch Mandioca-Mehl.
Die Buchada wird wiederum entweder aus dem Magen oder den Eingeweiden
eines Ziegenbocks zubereitet (schmeckt gar nicht mal übel!).
Dazu kommen die vielfältigen Tiragostos, Appetithäppchen
aus Meeresfrüchten. Auffällig ist die Zurückhaltung
der pernambucanischen Küche in Bezug auf Fischgerichte. Außer
der Peixada, einer Suppe aus Fisch und Gemüse, finden sich
kaum andere Mahlzeiten mit Fisch.
Obst
Exotische Früchte werden auch in Recife unsere Geschmacksknospen
anregen. Wie in Belém übersteigt die verschwenderische
Fülle die Vorstellungskraft eines Europäers. Während
eines Bummels über den Markt kann man schon einiges entdecken:
die Pitanga, mild und flüssig, und die süß-saure
Caju; die Seriguela, die Acerola, kleine rote Früchte mit
exquisitem Geschmack, und schließlich noch die Caja und
die Mangaba, eine winzige, grüne und runde Frucht. Das alles
gibt es im »Sommer« (im Norden im Dezember, Januar
und Februar.) Im »Winter« ist das Angebot weniger
reichhaltig; man stößt hauptsächlich auf Pinha,
von einer Art Wabenpanzer umschlossen und geschützt, deren
Fruchtfleisch dickflüssig und milchig ist. Ferner sind die
Graviola und die schwer verdauliche Jaca im Angebot. Die eher
teigige Saputi-Frucht hat sogar eine Samba-Schule in Rio zu einem
Lied beflügelt, was ihrem Beliebtheitsgrad außerordentlich
förderlich war. Besagtes Lied erzählt die Geschichte
der Saputi, die von einem portugiesischen König eingeführt
wurde und heute in die USA ausgeführt wird. Sie ist es, die
einigen Kaugummis den fruchtigen Geschmack verleiht.
OLINDA
Als
ehemalige pernambucanische Hauptstadt ist Olinda - neben Ouro
Preto eines der Schmuckkästchen Brasiliens - dank seines
Grüngürtels und vor allem dank der UNESCO, welche die
Stadt zum »Kulturerbe der Menschheit« erklärte,
von den architektonischen Übeln der Neuzeit weitgehend verschont
geblieben. Ein Netz steiler und abschüssiger Sträßchen,
von Gebäuden mit freundlich-bunten Fassaden aus der Kolonialzeit
gesäumt, der unendliche Reichtum zahlreicher barocker Kirchen,
die Anmut mauresker Springbrunnen machen Olinda derart gemütvoll
und ursprünglich, daß man sich an den Bossa Nova erinnert
fühlt.
Hinzu
kommt, daß sich in Olinda, aufgrund seines Sonderstatus,
eine ganz besondere Lebensart entwickelt hat. Ein merkwürdige
buntscheckiges Völkchen aus Musikern, Dichtern, Sonderlingen
und lebenslustigen Zeitgenossen hat das Städtchen in einen
angenehmen Aufenthaltsort verwandelt. Innerhalb Olindas ist Nichtanwohnern
das Autofahren untersagt, um die voller Geschichte steckenden
Pflastersteine und die Nerven der Passanten zu schonen. Olinda
steckt voller Leben, auch wenn es tagsüber auf den ersten
Blick vielleicht nicht danach aussieht. Es genügt, freitag-
oder samstagabends in den Kneipen am Alto da Sé einzukehren,
um sich davon zu überzeugen. Geschichte verpflichtet: hier
hat man an einen alten, reizvollen Brauch wieder angeknüpft,
die tropisch-sinnliche Serenade. Nicht zu vergessen auch der Karneval.
Wer die hemmungslose Verrücktheit und die zügellose
Gewalt des Karnevals von Rio fürchtet, wer sich von Exzessen
des Aufmarsches in Salvador erschreckt abwendet und eigentlich
»nur« auf der Suche nach einem kleinen, unverfälschten
Volksfest ist, wo Freude und Vergnügen nicht gleichbedeutend
sind mit Herzattacken oder nicht enden wollenden Trinkgelagen,
der sollte nach Olinda kommen.
Vielleicht ist der Karneval von Olinda tatsächlich der einzige
in Brasilien, der ein anderes, vom Klischee abweichendes, fast
alternativ zu nennendes Bild bietet. Obacht! Olinda hat etwas
von der Göttin Lemanjá: wen es einmal in seiner Macht
hat, den läßt es nicht so schnell wieder los. Und das
könnte die Reiseplanung ins Schleudern bringen.
Aus
der Geschichte
Da
Olinda von Recife nur sechs Kilometer trennen, ist auch die Geschichte
der beiden Städte eng miteinander verknüpft. 1537 von
Duarte de Coelho gegründet, nahm Olinda einen raschen Aufschwung
und errang eine für Pernambuco strategisch wie wirtschaftlich
entscheidende Bedeutung. Zur ökonomischen gesellte sich bald
die kirchliche Macht, so daß sich das Städtchen für
von verschiedenen Orden (u.a. von Franziskanern und Karmelitern)
am Ende des 16. Jahrhunderts errichtete Klöster und Kirchen
als Standort anbot. Olinda beherbergte schon früh den Besitzer
der einzigen Capitania (Erblehen), die sich durch den Zuckerrohranbau
entwickelte. Dieser Vorherrschaft setzten 1631 plündernde
Holländer ein Ende, indem sie Feuer in der Stadt legen und
dadurch einen Großteil ihrer Schätze vernichten. Doch
der Glaube hilft nicht nur Berge zu versetzen, sondern auch dabei,
Klöster und Kirchen voller Zuversicht - und diesmal feuerfest
- wieder aufzubauen (die meisten der heute noch zu besichtigenden
Baudenkmäler stammen denn auch aus dieser Zeit). Die führenden
Zuckerrohranbauer lassen sich auf den sanften, das Meer überragenden
Hügeln nieder und nehmen den Ausbau des späteren Hafens
von Recife in Angriff. Die Folgen ließen nicht lange auf
sich warten: 1825 muß Olinda seinen Rang als Verwaltungshauptstadt
an Recife abtreten. Ersteres sinkt für lange Zeit in einen
Dornröschenschlaf, um heute - als Juwel, das sich aus der
Kolonialzeit hinübergerettet hat - zu unserem größten
Vergnügen wieder aufzuwachen.
Quelle:
INTERCONNCECTIONS-REISEFÜHRER
Weitere
Informationen Rund um Recife finden sie unter
http://www.brazilguide.de/recife/
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